Der Barde Michael - Spielmann & Minnesänger

 

Baby-Barde

Schon früh übt der Barde den melancholischen Minnesängerblick

Im November 1963 wurde an der friesischen Küste in einer Sturmnacht (was wohl eine gewisse Symbolik haben muss) einem wunderschönen Kindlein das Leben geschenkt - mir! Meine Eltern fanden mich so toll, dass sie versuchten, unentwegt Repliken von mir anzufertigen. Nach dem siebten Sprössling gaben sie auf ... Wenige Stunden nach meiner Geburt wurde übrigens der damalige amerikanische Präsident John. F. Kennedy erschossen. Um den deshalb immer wieder auflebenden Gerüchten zu begegnen sei erwähnt, dass mein Alibi ebenso wasserdicht ist, wie sich meine Erzeuger meine Windeln gewünscht hätten! Zur Tatzeit schlummerte ich selig am Busen meiner Mutter, was sowohl sie, als auch die Hebamme, unter Eid beschwören können.

 

Dass das Leben leider nicht nur aus Spiel besteht, erfuhr ich im Jahre 1970 - mit knapp 7 Jahren wurde ich in einer kleinen Dorfschule im Schwarzwald, nicht ganz freiwillig und mit Widerstand, eingeschult und musste dort zwangsläufig einen großen Teil meiner privaten Zeit verbringen. Die Wende kam, als ich 15 wurde und meine Zeit weitaus sinnvoller nutzen wollte. Ich erwarb meine erste Gitarre und fortan widmete ich mich verstärkt der Musik. Wann immer es möglich war, holte ich die Klampfe hervor und schmetterte Lieder von diversen Vorbildern wie Zupfgeigenhansel, Ougenweide, Elster Silberflug, Liederjan, Hannes Wader, Klaus Hoffmann oder Reinhard Mey und, und, und .... Schon damals brach ich an diversen Lagerfeuern reihenweise Mädchenherzen, nur dass ich vor lauter Gitarre spielen, leider oft vergaß, die Früchte meiner Erfolge auch zu ernten.

 

Barde in jungen Jahren

Die Frage warum junge Männer Gitarre spielen ...

Des Barden erste Minne

... dürfte wohl mit diesem Bild beanwortet sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die schlechte Qualität der Bilder ist ein Beweis für die historische Echtheit der Aufnahmen :-)

Um ein sog. wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu werden, begann ich nach dem Schulabschluss ein soziales Jahr und absolvierte im Anschluss daran eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Dann rief das Heer nach mir. Da ich meinen Körper aber fürsorglich zu behandeln pflege, verweigerte ich den ehrenvollen Dienst an der Waffe und wurde stattdessen zu einem dieser langhaarigen, kiffenden und faulen Zivildienstleistenden. Beim Sozialamt der Stadt Ludwigshafen/Rhein werde ich bis heute als abschreckendes Beispiel zitiert.

Der Hippie-Barde

Eigentlich erwartet man bei einem solchen Aussehen eine Rockstarkarriere

 

Da der Prophet im eigenen Lande ja bekanntlich nichts gilt, verlegte ich meinen Lebensmittelpunkt 1987 in die Schweiz und arbeitete dort in Behindertenheimen. Der Schweizer Franken ist eine schöne harte Währung und mir erschien das Gehalt üppig. So konnte ich endlich das tun, was ich schon lange wollte: eine intensive private Gesangs- und Instrumentalausbildung beginnen.

Nach einigen Jahren der Schweizer Berge überdrüssig, versuchte ich mich noch an einem weiteren bürgerlichen Beruf, schwenkte in der Umschulung zum Chemisch-technischen Assistenten manch Reagenzglas und erfreute mich an kleinen und größeren Explosionen. ("Chemie ist's wenn's knallt, zischt und stinkt")

Barde - erster Auftritt

Und so hat's angefangen A.D 1999

1996 zog ich in den Vogelsberg, in die romantische Burgenstadt Schlitz. Es muss wohl das wunderschöne mittelalterliche Flair dieser Stadt sein, dass mich bewog, fortan den berühmten Spielmanns-Dreiklang "Wein, Weib und Gesang" in die Tat umzusetzen und als Troubadour mein Glück zu versuchen. War es da noch ein Zufall, dass sich genau um diese Zeit 1999 die Gelegenheit zum Kauf einer antiken, geschnitzten Laute bot?

Ein Minnesängerkostüm war schnell genäht, die Laute wurde gestimmt und als Barde Michael zog ich fortan von Ort zu Ort, von Auftritt zu Auftritt.

Auch wenn ich im Jahre 2001 eine Halbtagsstelle als Laborleiter in der kunststoffverarbeitenden Industrie annahm; die Auftritte auf Mittelaltermärkten, Burgfesten, Konzerten, Privatfeiern, Firmenevents etc. machen die anderen 50 % aus.

In der Burgenstadt Schlitz "ver-führe" ich seit dem Jahr 2004 mit "Des Barden Stadtführung - Die Burgenstadt auf "Lieder-liche" Art", das Volk durch meine Heimatstadt.

2006 gewann ich den Publikumspreis beim Minnesängerwettstreit auf Burg Falkenstein/Sachsen-Anhalt (die verschenkten Eintrittskarten für meine zahlreich erschienene Verwandtschaft hatten sich also bezahlt gemacht). Gleichfalls seit diesem Jahr begleite ich Hochzeitspaare bei mittelalterlichen Trauungen im historischen Rathaus von Alsfeld ins Eheglück.

2007 oblag mir die Organisation und Moderation des 1. Münnerstädter Bardentreffens.

Auch 2007 entstand dann - geprägt aus vielen Erfahrungen - mein Programm: "Von der Liebe Lust & Leid - Liebeslieder aller Arten und Zeiten".

und hier ist - vorerst - Schluss mit dem Erzählen .....


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