CD “Burg Falkenstein – Minnesängerwettstreit 2005″

In limitierter Auflage ist im Vorfeld des „Minnesängerwettstreits 2005“ eine CD erschienen, auf der sich alle Teilnehmer mit Liedern aus der Zeit des Minnesangs präsentieren. Zwei Lieder dieser Sammlung werden dabei von mir interpretiert.

Eine interessante und abwechslungsreiche Mischung für alle Freunde des Minnesangs!CD Falkenstein

Und das ist auf der CD zu hören:

Nr.AutorTitelInterpret
01Der KürenbergerIch zoch mir einen falkenKnud Seckel alias „Die Nachtigall vom Neckartal“
02Neidhart von ReuenthalMeie dinMarcus van Langen alias „Der ewige Spielmann“
03Von ObernburgIch bin in min herze wuntFrank Wunderlich alias „Franz von Oberburg“
04Der wilde AlexanderAch und wehJochen Faulhammer alias „Ekkehard von Scharfenstein“
05Neidhart von ReuenthalBlozen wir den angerHans Hegner alias „Der Fundevogel“
06Der Mönch von SalzburgDas KühhornThomas M. Schallaböck alias „Thomasin von Salzburg“
07Konrad von WürzburgHerbst Michael Hoffkamp alias „Der Barde Michael“
08Wizlaw von RügenDer Herbst kommtDie Spielleute vom Musiktheater Dingo
09Oswald von WolkensteinWach auff mein hortKnud Seckel alias „Die Nachtigall vom Neckartal
10Walther von der VogelweideWol mich der stundeMarcus van Langen alias „Der ewige Spielmann“
11Wizlaw von RügenLoybere risenFrank Wunderlich alias „Franz von Oberburg“
12Reinmar von HagenauWinterklageJochen Faulhammer alias „Ekkehard von Scharfenstein“
13Wizlaw von RügenDer unghelarte/Nach der senenden clagheHans Hegner alias „Der Fundevogel“
14Heinrich von MorungenNein, ja!Thomas M. Schallaböck alias „Thomasin von Salzburg“
15Der KürenbergerIch zog mir einen Falken Michael Hoffkamp alias „Der Barde Michael“

CD – Kritik von Magister Rother

… Anfang Juni des Jahres wird sich also auf Burg Falkenstein die Creme de la Creme der heimischen Minnesang-Szene die anachronistische Türklinke in die Hand geben, um wettstreitenderweise Zupfhändchen und Goldkehlchen miteinander zu messen. Unterstützt von einem Mittelaltermagazin präsentiert Lothar Jahn, Intiator des Projektes, bereits jetzt im Vorfeld die vorliegende Compilation-CD mit Musikstücken der beteiligten Künstler. Einen möglichen Vorwurf dürfte diese Compilation auf jeden Fall schon von vornherein entkräften können: Die Vermutung nämlich, dass die achthundert Jahre alten Gesänge der Minnesänger ja doch immer identisch klingen müssten, ganz gleich, wer sie gerade intonierte. Das trifft nun auf dieser Veröffentlichung ganz und gar nicht zu. Die Ansätze sind eben äußerst vielfältig und das so oft bemühte Argument von der „Authentizität“ ist bei jedem von ihnen auf sehr unterschiedliche und eigene Weise anwendbar. Hält sich Knud Seckel in des Kürenbergers „Ich zoch mir einen falken“ hörbar nah am in den Quellen überlieferten Original, vergeht sich Marcus van Langen in bester singender Hexenmeistermanier und voller Verve an Neidharts „Meie din“ – dabei besitzt er indessen doch den Adel des Überzeugungstäters, ergo Authentizität einer ganz eigenen Couleur. „Ach und weh“, ein Text des „Wilden Alexander“ wird hingegen von Jochen Faulhammer in einer hochdeutschen Übertragung vorgetragen – kontrastiert hier nun aber wieder mit historisierend tönender Produktion. Ein Überblick, ein Querschnitt durch die moderne Minnesang-Rezeption? Updates der famosen mittelalterlicher Sängerwettstreite hat es ja schon häufiger gegeben, selten aber mit so hochkarätiger Besetzung. Eine interessante Sache …