CD „Falken, Lerchen, Nachtigallen“

Unter dem Label Heckenreiter ist als Produktion des DINGO Musiktheaters e.V eine neue CD erschienen, die sich den Naturschilderungen der Minnesänger und dabei speziell den Liedern widmet, die das Bild des Vogels zum Inhalt haben. Von den Minnesängern sind dazu noch zahlreiche Texte und Lieder erhalten, von denen die schönsten hier zusammengestellt worden sind.

Eines der wohl bekanntesten dieser Lieder, „Under der Linden“ von Walther von der Vogelweide, durfte ich für diese CD interpretieren.

CD Falken Lerchen Nachtigallen

Und das ist auf der CD zu hören:

Nr.AutorTitelInterpret
01Wizlaw von Rügen:Der WeckrufMusiktheater Dingo
02Der Kürenberger:FalkenliedHans Hegner
03Walther von der Vogelweide:Under der LindenMichael Hoffkamp – Der Barde Michael
04Heinrich von Morungen:Das Lied von der SchwalbeHolger Schäfer
05Reinmar v. Brennenberg:Der meie ist komen gar wunneclichFrank Wunderlich
06Ulrich von Liechtenstein:We warumbeThomas M. Schallaböck
07Otto zum Turm:Fröit iuch der vil lieben zitChristoph Mächler
08Neidhart von Reuental:Sinc an, guldin huonWünnespil
09Neidhart von Reuental:Der eitle GockelGisbert Ostermann
10Der Kanzler:Der Fuchs und der RabeOlaf Casalich
11Mönch von Salzburg:Falkenlied-ParodieDulamans Vröudenton
12Hermann Damen:Der Vogel KrappaneyVinkoop
13Dietmar von Aist, Bernart de Ventadorn:LerchenliedKnud Seckel
14Walther von der Vogelweide:Der vogele schalJochen Faulhammer
15Reinmar von Hagenau:WinterklageWilfried Staufenbiel
16Walther von der Vogelweide:Under der LindenMarcus von Langen
17Nibelungenlied:FalkentraumMeister Frauenlob
18Bernart de Ventadorn:Lerchenlied (Ausklang)Dagmar Jahn

CD – Rezension


Die Minnesänger liebten es, ihre Lieder mit einer Naturschilderung zu beginnen, um aus der Beobachtung der Welt ringsum Bezüge zu ihrem eigenen Seelenleben herzustellen. Oft dient dabei auch die Vogelwelt als Ausgangspunkt der Überlegungen – so auch bei zwei der berühmtesten Minnelieder, dem „Lerchenlied“ Bernart de Ventadorns (hier gleich in zwei Versionen mit Knud Seckel und Dagmar Jahn zu hören) und dem „Falkenlied“ des Kürenbergers, von Hans Hegner in einer wagemutigen Version zu mittelalterlichem Instrumentarium und dem Drumset (!) des Ougenweide-Schlagzeugers Olaf Casalich dargeboten. Casalich bietet selber dann eine sympathische Neufassung des Ougenweide-Klassikers vom Fuchs und Raben dar. Es wird viel ausprobiert: Die Nachtigall Walthers fliegt von der Linde mal zu herrlichen Streicherklängen (Michael Hoffkamp), dann zum satten Metal-Blues (Marcus van Langen). Holger Schäfer, Minnesänger des Jahres, bietet eine herzergreifende Fassung von Morungens Schwalben-Lied, musikalisch trotz Troubadour-Kontrafaktur schon dem Geist der Renaissance nahe. Wilfried Staufenbiel setzt mit Reinmar von Hagenau zu orientalisch anmutenden Wehklagen an, Wünnespil und Gisbert Ostermann sorgen mit Neidhart für fröhlich-derbe Akzente. Spaßig ist auch die Falkenlied-Parodie des Mönchen von Salzburg in der Version von Dulamans Vröudenton. Insgesamt ein sehr farbenfrohes Album, einer Auftragsarbeit für die Burg Falkenstein (Harz).

Lothar Jahn – Minnesang.com